Ein Nachtrag

Liebe Leser.

Ich wollte euch das nicht vorenthalten.

Auf vielfachen Wunsch hin gibt es mein Buch “ Neunzehn Achtel Oma und Opa “ nun auch als ebook Ausgabe. Ich kann schon verstehen, dass sich einige Leute nicht mehr so gerne mit gedruckten Büchern die Regale vollstellen wollen. Obwohl mir selber ja ein gedrucktes Buch immer noch lieber ist, aber so ist ein Jeder anders.

 

Zu erhalten beim Buchhändler eurer Wahl.

Ich wünsche euch allen ein schönes 2017

eure Hanna

Meine Eltern werden alt – Teil 27

Meine Eltern werden alt – Teil 27

Muddi hat inzwischen die Pflegestufe 2 bekommen. Sie ist wirklich nicht mehr so mobil wie früher und das Gedächtnis lässt auch ziemlich nach.

Eines Nachmittags, als ich nach meiner Arbeit bei Vaddi war, berichtete er ganz aufgeregt, dass er heute Morgen nicht zum Frühstück konnte. „Warum denn nicht“? fragte ich. „Ich war eingeschlossen“, sagte er aufgeregt. Die Türe war aber jetzt auf. Er sagte, dass einer von der Küche oder sonst jemand hier war und hat bei ihm aufgeschlossen, um nach ihm zu sehen, weil er nicht beim Frühstück war. ( funktioniert also doch…) Und richtig, es steckte von innen kein Schlüssel im Schloss, wie sonst. Also überlegte ich und durchwühlte seine gestern getragenen Hosen. Siehe da, in einer Tasche steckte der Schlüssel. Er hatte am Abend seine Tür von innen abgeschlossen und den Schlüssel einfach in die Hosentasche gesteckt.

Wenn er seine Wohnung verlässt, sage ich ihm immer, er solle den Schlüssel in seine Hosentasche stecken. Er hat ihn nämlich schon mal auf dem Essenstisch liegen gelassen, oder irgendwo bei Muddi in ihrer Wohnung und dann ist vor seiner Haustüre die Panik groß, wenn er den Schlüssel nicht dabei hat und nicht mehr weiß, wo er sein könnte. Aber von innen soll er ihn bitte ins Schloss stecken.

Der ambulante Pflegedienst kommt ja immer mit ihrem eigenen Schlüssel in Vaddis Wohnung und er wird dann geweckt. Wenn dann die Tabletten gegeben und vielleicht an einem der 2 Tage in der Woche auch noch Duschen angestanden hat und sie damit fertig sind, gehen sie wieder und schließen auch wieder zu. Niemandem ist aufgefallen, dass der Schlüssel nicht von innen steckte.

Ich bastele am Computer ein Schild für Vaddis Wohnungstür innen. Da steht drauf: „Steckt der Schlüssel?“ Den klebe ich direkt neben das Schloss.key-771643_150

Vaddi wird immer wunderlicher. Ich entschließe mich, zusammen mit dem Pflegedienst, einen Antrag auf Pflegestufe zu stellen. Dann bekommt man wenigsten die kleine und große Körperpflege bezahlt, die nun bei Vaddi nötig wird. Er wäscht sich nicht mehr alleine und diese Dienste werden zurzeit noch privat bezahlt.

Wir bezweifeln allerdings, dass wir damit durchkommen. Vaddi ist noch sehr mobil und außerdem wird er sich gerade bei diesem Besuch sehr anstrengen, den Leuten vorzumachen, wie toll er noch ist. Ich versuche, Vaddi zu erklären, dass er sich dann aber wirklich nicht anstrengen soll, lieber soll er sagen, er könne gar nichts mehr alleine. Ob er das verstanden hat?

Also habe ich wieder angefangen, ein fast tägliches, stichwortartiges Tagebuch über Vaddi zu schreiben, damit ich beim MDK auch was erzählen kann.

Meine Eltern werden alt. Teil 6

 

 

Ich hatte mit Muddi einen Termin bei ihrem neuen Hausarzt und ich hatte ein ausgesprochen gutes Gefühl, eine Dreiviertelstunde hat er sich Zeit genommen. Demnächst sollen wir noch nüchtern zur Blutentnahme kommen.

Ich bin von Natur aus ein Frühaufsteher. Um fünf oder halb sechs ist bei mir der Schlaf zu Ende. Einen Wecker stelle ich nur in meiner Arbeitswoche, für alle Fälle. Aber ich stelle ihn meist schon vor dem Klingeln aus. Ich stehe immer früh auf, leider auch wenn ich nicht arbeiten muss und mal länger schlafen könnte. Aber wach ist wach und im Moment gehen mir sowieso so viele Dinge durch den Kopf, sodass ich die Zeit einfach nutzen möchte.

Als Muddi den Termin zum Blutabnehmen beim Hausarzt hatte, wollte ich sie natürlich dorthin fahren. Halb acht sollten wir nüchtern dort sein. Mit Vaddi hatte ich ausgemacht, dass es eben erst um halb neun Frühstück gibt. Ich habe ihnen die letzten Tage oft beim Frühstück Gesellschaft geleistet, weil ich gerade für uns Brötchen holen wollte. Sie sind beide immer pünktlich um 8 Uhr da. Müsste nicht sein, es gäbe bis 10 Uhr Frühstück, aber das waren sie ja auch schon von früher her gewohnt. 8 Uhr Frühstück! Normal!

An diesem Tag wache ich um 8 Uhr auf! Ach du liebe Zeit! Weiterlesen