Ein Nachtrag

Liebe Leser.

Ich wollte euch das nicht vorenthalten.

Auf vielfachen Wunsch hin gibt es mein Buch “ Neunzehn Achtel Oma und Opa “ nun auch als ebook Ausgabe. Ich kann schon verstehen, dass sich einige Leute nicht mehr so gerne mit gedruckten Büchern die Regale vollstellen wollen. Obwohl mir selber ja ein gedrucktes Buch immer noch lieber ist, aber so ist ein Jeder anders.

 

Zu erhalten beim Buchhändler eurer Wahl.

Ich wünsche euch allen ein schönes 2017

eure Hanna

Meine Eltern werden alt – Teil 25

 

Meine Eltern werden alt – Teil 25

 

Also ist Vaddi wieder zu Hause, mit einem Haufen von Medikamenten. Im Krankenhaus wurde ich bei der Aufnahme gefragt, welchen Hausarzt er denn habe. „Keinen“, musste ich sagen. Er ist bis dahin, trotz aller Überredungsversuchen, immer noch nicht zum Arzt gewesen.

„Brauch ich nicht!“ sagte er immer wieder, „ mir geht’s gut!“

Allerdings hat er, als er wohl nach seinem Hausarzt gefragt wurde, spontan den Hausarzt von Muddi angegeben. Den kennt er ja, denn er ist oft auf dem Flur, wenn er Muddi abgeholt hat, ihrem Hausarzt begegnet und er wurde auch immer neben Muddi extra von ihm begrüßt. Der Hausarzt und ich hofften, dass wir so Vaddi vom Arztbesuch überzeugen könnten.

 

Claus und ich haben nun doch einen ambulanten Pflegedienst beauftragt, um die erforderliche Medikamenteneinnahme zu überwachen und 3-mal tägliches Blutdruckmessen. Da hatte ich ja   einen Grund für den Pflegedienst, den ich Vaddi und mir erklären konnte.

Unzählige Schreiben mit der Krankenkasse erfolgten. Dort sah man die Notwendigkeit des Blutdruckmessens überhaupt nicht ein. Und die Medikamente könne er doch auch einmal am Tag gestellt bekommen. Einmal am Tag, das wollen sie bezahlen, aber nicht das Blutdruckmessen. Claus hatte schon vor dem ersten Antrittsbesuch des Pflegedienstes aus der Apotheke einen Wochenkasten für Medikamente gekauft. Eigentlich ganz einfach, alles Schubladen für die Wochentage, immer in 4 Kästchen aufgeteilt.

Leider stellte Vaddi immer alles um. Da war plötzlich der Mittwoch vor dem Montag, manchmal lagen alle Pillen für den Tag auf einem Haufen und ich wusste nicht, welche für morgens, mittags oder abends waren. Vaddi behauptete dann „ Das hat die Schwester gemacht, oder warst du das“?

Das kann so nicht gehen. Ich übernahm dann das tägliche Blutdruckmessen, dann eben gegen die Krankenhausempfehlung nur 1 – mal am Tag, an dem Tag, an dem ich Bereitschaftsdienst hatte, auch gar nicht.

Doch mit den 3-mal täglichen Besuchen zur Medikamentengabe haben wir uns schließlich durchgesetzt. Dazu musste der Hausarzt, nun hatte er ja wirklich einen, eine Bescheinigung ausstellen, dass Vaddi an Demenz leidet. Die Krankenkasse will das so.

Mein Vater! Dement! Hoffentlich kriegt er das nicht mit, dachte ich mir.

Nachdem ich Vaddi in das Krankenhaus wegen seiner TIA gebracht habe, musste ich mir etwas einfallen lassen, wegen seiner Chipkarte. Ich weiß, wo sie liegt, in der 2. Schublade von oben. Rechts neben dem Computerplatz. Da liegt auch sein Portemonnaie mit so viel Geld, dass die Essensrechnung für den Monat bezahlt werden kann, da liegen auch beide Personalausweise, da liegt Zuviel drin, schön nach unten verpackt zwar. Aber doch Zuviel, dass ich nicht möchte, dass jemand Fremdes darauf Zugriff hat.

Also nehme ich einen Briefumschlag mit Sichtfenster, deponiere die Karte so vor das Sichtfenster, dass man die Chipkarte erkennen kann und stecke den Umschlag in das Bücherregal.

Das Sichtfenster schaut etwas heraus. So könnte man es auch telefonisch dem Rettungsdienst klar machen, wo die Karte zu finden ist. Vaddi ist von dieser Idee begeistert und zeigt sie mir in den darauffolgenden Wochen auch immer wieder. Das könnte also klappen, aber hoffentlich brauchen wir das nie mehr.

 

 

 

 

Meine Eltern werden alt – Teil 24

Meine Eltern werden alt – Teil 24

Als ich Vaddi vom Krankenhaus abholen kann, nehme ich direkt am Eingang einen Rollstuhl mit. Der Weg vom Parkplatz und durch das große Gebäude bis hin zur Stroke Unit ist lang.

Vaddi weigert sich, in den Rollstuhl hineinzusteigen. Die Schwestern sind allerdings begeistert über meine Weitsicht und erklären Vaddi, dass er sich ruhig schieben lassen soll. Auf Wiedersehen. Hier waren alle sehr nett gewesen, wirklich. Tolle Station!

Auf dem Weg zum Ausgang sagt Vaddi mir, dass meine Idee mit dem Rollstuhl gar nicht mal so schlecht gewesen wäre.

Ich lasse ihn in mein Auto einsteigen und bringe den Rollstuhl zurück. Mit Vaddi ist das ja kein Problem. Er ist nicht so ängstlich wie Muddi. Oder wenigstens zeigt er es nicht. Da er mir ziemlich gut drauf scheint, biege ich eben noch schnell in die Straße unserer neuen Wohnung ein. Claus ist jetzt da, um etwas auszumessen. Wir haben noch keine Möbel hier, aber auf der Terrasse stehen schon ein Tisch und ein paar Stühle. Das Wetter ist schön. Ich will ihm das Haus schon mal zeigen. Er ist begeistert und wir trinken etwas Wasser.

Da er noch den Verband am Handgelenk hat, wo vorher mal eine Nadel für alle Fälle steckte, mache ich das Pflaster ab. Prima. Nach 5 Minuten rinnt Blut vom Handgelenk, tropft auf seine schöne Hose. Er bekommt ja nun Blutverdünner, das hatte ich gar nicht berücksichtigt und daher hätte ich dieses Pflaster wohl besser bis morgen dran lassen sollen. Mit Küchenrolle und Malerkrepp basteln wir schnell einen neuen Verband, mehr haben wir in der leeren Wohnung nicht zur Verfügung.

Dann sage ich Vaddi, dass es jetzt zu ihm nach Hause geht und er sich dann wieder etwas Frisches anziehen kann. Er will noch schnell zur Toilette. Also gut.

Irgendwie dauert es uns etwas lange, hoffentlich ist ihm nichts passiert und wir sehen nach. Da steht Vaddi, vor dem Klo, ohne Schuhe, ohne lange Hose und fragt nach einer neuen Hose. „Ach Vaddi“, sage ich „die Hose ist bei dir zu Hause, hier haben wir nichts“. Jetzt muss der arme Mann alles wieder anziehen und ich weiß, dass ihm auch das Schuhe anziehen viel Mühe macht. Ich helfe ihm, zwar unter Protest, aber er lässt es zu. Zum ersten Mal.

Da habe ich noch nicht begriffen, dass der schöne Krankenhausaufenthalt Vaddi ordentlich zugesetzt hat. Dass er seit dem etwas durcheinander ist. Das merkt man nicht so plötzlich. Das merkt man erst etwas später.

Meine Eltern werden alt – Teil 23

Meine Eltern werden alt – Teil 23

 Wir haben schon länger keinen richtigen Urlaub gemacht, immer nur ein paar Tage, wir trauen uns nicht mehr, weit zu fahren und zu lange weg zu bleiben. Obwohl wir ja mit unserem Campingbus eigentlich immer viel unterwegs waren und es auch sehr lieben.

Aber nach diesen Feierlichkeiten fanden wir, dass wir uns eine Woche Erholung verdient hätten.

Da ich am 17. Juni Geburtstag habe, wollten wir nach Düsseldorf. Claus hatte sich schon 2 Tage vorher mit Freunden dort getroffen und ich bin mit dem Zug am 15. 6. nach.

Am 17. 6. rief ich erst bei Vaddi und dann bei Muddi an. „ Na, wie geht’s? „ „Gut“. Keinem der beiden war mein Geburtstag eingefallen. Na, was soll‘s, sie sind alt. Und die Geburtstage der Anderen haben sie ja auch schon lange vergessen, wenn ich nicht daran denken würde. Aber für mich brauche ich keine Karte schreiben, die sie mir dann verdutzt überreichen…

Als wir wieder nach Hause fuhren und in ihrem Ort  ankamen, besuchten wir erst mal die beiden, danach fuhr ich mit meinem PKW, der am Bahnhof parkte, nach Hause. Claus, der schon mal mit unserem Campingbus vorgefahren war, empfing mich mit den Worten: „Wo sind die Gummistiefel?“ „Was für Gummistiefel?“ wollte ich wissen. „Na, dann komm mal rein“, ermunterte mich Claus. Weiterlesen

Meine Eltern werden alt – Teil 8

Meine Eltern werden alt – Teil 8

Eines Tages bekomme ich einen Anruf aus dem Sanitätsgeschäft aus Schleswig Holstein, die uns den Rollator für Muddi gebracht hatten. Sie wollen den Rollator in den nächsten Tagen bei Muddi abholen, da die Krankenkasse befand, dass nicht sie, sondern ein Sanitätshaus, etwa 45 Kilometer von ihrem Ort entfernt, einen Vertrag mit der Kasse hat. Man verstehe mal die Krankenkassen.

walker-141678__180

Das ist nun aber nicht so einfach, das mit dem Abholen, denn Muddi und Vaddi sind ja nun 300 KM weiter weg umgezogen. Und dem Sanitätshaus hatte ich natürlich nicht vom Umzug erzählt, da bin ich überhaupt nicht drauf gekommen.

Also bat ich um eine Rechnung und kaufte den Rollator, denn Vaddi kann eigentlich nun auch mal einen bekommen. Weiterlesen

Meine Eltern werden alt. Teil 4

 

Meine Eltern werden alt. Teil 4

 

Wir, die Familie, suchten alle fieberhaft nach Wohnmöglichkeiten und Lösungen bei uns in der Nähe. Wir haben uns alle, zusammen und auch jeder alleine, so vieles angesehen, aber viele Möglichkeiten, die sich uns boten, die fanden wir für Muddi und Vaddi nicht passend oder viel zu teuer oder aber immer noch zu weit weg von uns.

Vaddi weigert sich stur, einem Umzug zuzustimmen. Für uns war das allerdings schon beschlossene Sache, auch für die Enkel, die sich ja auch gerne kümmern möchten. Mit Engelszungen versuchte jeder Einzelne, Vaddi von den Vorzügen eines Umzuges zu überzeugen. Allerdings gab es da diese Nachbarin, die mich damals angerufen hatte. Sie redete Vaddi immer ein, Muddi könne alles allein und könne nach Hause. Sie würde schon auf sie aufpassen. Die Nachbarin ist etwa 70 Jahre alt und ist eigentlich selber auch nicht mehr ganz gesund.

Inzwischen hatte ich eine tolle Seniorenwohnanlage gefunden. Für Muddi allein zweieinhalb Zimmer, ich konnte erst gar nicht glauben, dass es ein Pflegezimmer sein soll, und betreutes Wohnen, 2 Zimmer, Küche, Diele, Bad für Vaddi im gleichen Haus, ganz bei uns in der Nähe. Ich hatte sofort den Kontakt aufgenommen, der Platz ist für beide nun reserviert. Mal so auf Verdacht. („Wir können das aber nicht länger als 3 Wochen freihalten.“)

Plötzlich, ich hatte wie jeden Tag mit Vaddi telefoniert, war er mit einem Umzug einverstanden. Mir fiel fast der Hörer aus der Hand. 5 Tage bevor die Kurzzeitpflege aufhörte!

Nun konnte ich jetzt alle Formalitäten dafür erledigen.

Dann wieder zurück an ihren Wohnort, eine Kündigung für ihr gemietetes Haus, den Umzug von Heim zu Heim organisiert, den Möbelwagen für deren Hausstand besorgt. Mit meiner Schwester und ihrem Mann haben wir alles verpackt, was mit sollte. Ich kann bis heute nicht glauben, dass wir das alles in dieser kurzen Zeit erledigen konnten.

box-550405_640

Auszug aus meinem Tagebuch:

Wir durchforsten die Wohnung, was mit muss und was vielleicht weg kann.

Ich finde, es kann ziemlich viel weg. Das Ehebett der beiden hat Schubladen unten drunter. Total praktisch, da kann man doch viel unterbringen. Das Schlafzimmer ist ziemlich klein. Auf der Seite, auf der Muddi immer geschlafen hatte, steht auch der Kleiderschrank. Dadurch kann man die Schubladen nicht zur vollen Länge herausziehen. Jahrelang haben sie in den Schubladen alles Mögliche untergebracht. Immer nach vorne und was schon drin war rückte zwangsläufig weiter nach hinten. Weihnachtsutensilien, die es aber noch einmal gab und jetzt woanders lagerten, damit man sie auch wiederfand. Strickzeugs, Badeanzüge, elektrische Wärmedecken, Klamotten, die sowieso nichts mehr waren, aber man kann das ja nicht wegwerfen…

Den gesamten Inhalt haben sie bestimmt schon jahrelang nicht mehr gesehen. Ich packe alles in blaue große Müllsäcke und verschweige Vaddi, was ich damit vorhabe.

Viele Dinge habe ich später neu oder gebraucht wieder gekauft. Sie brauchten sie nicht, aber: „Wir haben da doch noch…“

 

Dann kommt der Tag des Umzuges.

Meine Eltern werden alt. Teil 3

Meine Eltern werden alt. Teil 3

Also zog Muddi erst mal in ein Heim für eine Kurzzeitpflege. In Schleswig Holstein. Ich war so oft es meine Arbeit zuließ, bei ihr. Wenn ich Zuhause war, telefonierte ich täglich mit Vaddi, auch mit Muddi und auch mit den Schwestern.

Auszug aus meinem Tagebuch:

Von den Schwestern höre ich, dass Muddi die meiste Zeit nur im Bett liegt. Dass sie immer weniger alleine kann. Und das sie auch immer weniger alleine machen will. Was ist denn da los?

Ich nehme mir also doch wieder frei auf der Arbeit und fahre wieder nach Schleswig Holstein.

Und bringe Muddi auch in ihr Haus. Die Stufen sind kaum zu bewältigen, das Klo viel zu niedrig. Sie stolpert über alle Teppiche. So geht das nicht. Wenn ich zu ihr ins Heim fahre, liegt sie nur im Bett. Davon wird das nie besser…

Als ich heute in ihr Zimmer kam, war es leer. Auch auf dem Klo war sie nicht. Ich gehe zum Schwesternzimmer. Auf dem Weg dorthin ist noch ein kleiner Raum, indem manche Leute essen oder sich aufhalten.

Dort finde ich Muddi. Sie sitzt am Tisch und hat etwas zu trinken vor sich stehen. In diesem Raum sitzen noch 3 weitere Leute. Ein Mann im Rollstuhl schläft, eine Frau weint pausenlos leise vor sich hin und eine weitere Frau spricht liebevoll mit ihren Plüschaffen und streichelt ihn. Und Muddi mittendrin.

Meine Muddi. Meine Muddi, die man ja mit den anderen Leuten hier wohl nicht vergleichen kann! So ist sie nicht, sie ist ja nicht blöde oder alt oder dement oder sowas! Muddi doch nicht!!!

Ein junger Mann von der Betreuung kommt vorbei. Er erklärt mir, dass Muddi nicht nach unten in den Speisesaal will und sie jetzt immer hier isst. Und bindet ihr ein Lätzchen um!!! Wie sieht das denn aus?

Beim Mittagessen leiste ich ihr Gesellschaft. Ich muss dabei mehrere Male den Löffel oder Gabel wieder in Richtung Essen rücken und das Lätzchen ist vollgekleckert.

Die Heimleitung sagt mir, dass sie so in dem Zustand nicht nach Hause kann und in weniger als 2 Wochen ist die Kurzzeitpflege rum. Was machen wir denn dann?

 

Uns war klar, so kann es nicht weitergehen. Wir wohnen zu weit weg. Ich bin, wenn auch nur noch halbtags, aber doch berufstätig. Ich bin mit fast 60 Jahren auch zu alt, eine neue Arbeitsstelle in ihrem Ort zu finden, wir wollen auch nicht wirklich umziehen.

Da ist die naheliegende und auch vernünftige Lösung, sie ziehen zu uns. Also in unsere Nähe.

Aber mein Vater wollte einfach nicht umziehen. „ Hier gehen wir nur mit den Füssen zuerst raus“, sagte er.

Der Weg zu ihr in die Kurzzeitpflege war für ihn auch sehr beschwerlich und, das mussten wir plötzlich feststellen, sie stritten sich andauernd.

Wo ist das Vorzeige-Liebespaar geblieben, das wir immer bewundert und dem auch nachgeeifert haben?

Die Steinerne Hochzeit hatten wir alle noch zusammen gefeiert, 67,5 Jahre!

Zu dieser Zeit hatte ich vieles noch nicht verstanden:

Muddi war krank, plötzlich völlig verändert und Vaddi konnte sich damit gar nicht abfinden. Sie soll doch bitte wieder so sein wie früher! Zum Beispiel, als sie damals, vor 30 Jahren, ihr Sprunggelenk gebrochen hatte und am nächsten Tag, zwar mit Krücken, wieder zu Hause war. Auch mit einem Schlag!

Meine Eltern werden alt Teil 2

 

Meine Eltern werden alt. Teil 2

 

Meine Eltern waren nie alt. Nicht mit 80 und 85 Jahren, nicht mit 85 und 90 Jahren.

Wenn sie mal alt sind, dann wollen sie in ein Altersheim. Und anonym beerdigt werden. Sie wollen uns keine Arbeit machen oder uns Sorgen bereiten.

Wir wohnten damals weit voneinander entfernt.

Mein Mann und ich, auch meine Schwester mit Mann und meine Neffen, wir kümmerten uns um sie, so gut es ging. Für mich und die Neffen waren es 300 km und 500 km für meine Schwester, die wir zurückzulegen hatten.

Wir halfen auch eher heimlich, denn ≈sie können das alles ja noch≈.

Nachdem mein Vater mit fast 91 Jahren sein Auto verkauft hatte, da durften wir gerne Blumen und Blumenerde kaufen, im Winter nahmen sie das Angebot an, sie mit Streusalz zu versorgen.

Wenn viel Schnee lag, sind wir „mal eben“ hin und haben Schnee geschippt.„Ach wie schön, das hat sicher unser Nachbar Gerd gemacht“, sagten sie dann. Wir haben es niemals richtig gestellt, wir machten das ja heimlich, noch bevor wir klingelten.

Früher haben wir ganz unbefangen mit ihnen über alles reden können.

Nachdem mein Vater die 90 überschritten hatte, wollten sie von einem Altenheim nichts mehr wissen.

Wir wollten sie ja auch gar nicht in ein Altenheim verfrachten, aber mal drüber reden, wohin, wenn es denn mal soweit ist, das wollten wir schon.

Sie hatten sich angeblich auch schon ein schön gelegenes Heim am Nord-Ostsee-Kanal ausgesucht. Ich hätte gerne einmal gewusst, wie es heißt, wo das genau ist.

„Wenn wir dann alt sind sagen wir euch Bescheid!“

Nun war er da, der Tag X. Ein Schlaganfall!

Weiterlesen