Meine Eltern werden alt – Teil 39

Meine Eltern werden alt – Teil 39

25.1.13

Das mit dem Toilettenstuhl hat wohl ganz gut geklappt.

Alles ist mal wieder durcheinander, da die Cafeteria für 2 Tage wegen einer Fortbildung für die Bewohner gesperrt war. Den Mehrzweckraum, in dem sonst die Bewohner bei solchen Gelegenheiten gegessen hatten, den gibt es ja nun leider nicht mehr. Dort ist jetzt Baustelle, denn dort soll ja die neue Demenzstation hin. Für Muddi war der Weg ohnehin zu weit und auch Vaddi hatte sich auch schon mal verlaufen.

Oben in der Küche essen findet er nicht gut.

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Das Pflegepersonal hat die obere Stationsküche etwas umgestellt, sodass Muddi und Vaddi dort gemeinsam an einem Tisch essen können. Sie hoffen, dass es nach den 2 Tagen auch so bleiben könnte. „Wir gehen jetzt runter“, sagt Vaddi.

„Nein,“ sage ich, „heute und morgen müsst ihr hier oben essen.“ Das muss man ihm nun alle beiden Tage bei jeder Mahlzeit wieder sagen. Er ist von der Cafeteria auch wieder hochgebracht worden, weil er vor der geschlossenen Glastüre stand. Er versteht das nicht mehr.

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Gestern saßen beide bei Muddi auf dem Sofa, das Radio war an und beide waren eingeschlafen. Wie früher und es ist für mich ein schönes Bild. Sie fühlen sich wohl!

Vaddi ist im Moment ganz gut drauf, er könne Schmerzen ja gut aushalten, (tut bestimmt ziemlich weh, diese Rippenprellung), ist aber im Gesicht ziemlich alt geworden. Er hat so eingefallene Wangen. Er nimmt jetzt doch seinen Rollator, laufen ohne geht ziemlich wackelig. Alles sei gut, sagt er, aber ich glaube, er will mir nur keinen Kummer machen.

28.1.13

Der MDK war da. Und ich natürlich auch.

„ Ich will jetzt mit Niemandem sprechen! Wissen sie überhaupt, was hier los ist“? sagte er ziemlich aufgebracht.

Hat er aber dann doch. Völlig durcheinander und diesmal war ich froh drum. Die lange Schlupfhose hat er verkehrt herum an, ist mir erst gar nicht aufgefallen, aber dem MDK.

Als der Gutachter später im Büro auch noch meine Tagebuchaufzeichnungen las, war er sichtlich beeindruckt. Zumindest hat er geschluckt und „ ach Gott“ gesagt…

Es wird wohl eine Pflegestufe geben, meinte der Gutachter.

 

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