Was es sonst noch zu sagen gibt

 

Muddi und Vaddi

Unsere Eltern waren schon lange alt. Aber nicht gebrechlich. Nein, sie waren richtig tolle Alte, mit denen man noch was anfangen kann! Sie bewohnten in einem kleinen Ort ein kleines Haus zur Miete. Mit einem großen Garten, in dem ein älterer kleiner Wohnwagen als Gästezimmer stand, weil das Haus für Gäste zu klein war. Das Haus hatte nur 3 Zimmer, wobei das 3. Zimmer winzig, dafür aber das Bad und der Flur ziemlich groß waren. So im Verhältnis. Der Wohnwagen hieß Julchen 2 und alles war in Schleswig Holstein.

Niemand von uns Verwandten wohnt in Schleswig Holstein.

Muddi und Vaddi waren, wie auch ihre 4 Kinder, in Norddeutschland geboren. Sie zogen 1954 zum Niederrhein. Meine beiden älteren Geschwister sind früh gestorben. Beide waren schon verheiratet, meine Schwester hatte schon einen 6 Jahre alten Sohn, Jörn. Beide hatten einen Gehirntumor. Meine Eltern haben in dieser Zeit ziemlich viel verkraften müssen.

Nach der Rente und dem Tod meines Bruders zogen sie nach Schleswig Holstein in dieses Haus, in das sie sich wegen des schönen Gartens sofort verliebten.

Also in Haus und Garten, weil sie ja noch „jung genug“ waren und voller Tatendrang, hier für sie ihr eigenes Schmuckstück zu verwirklichen. Und das ist ihnen wirklich gelungen.

Die Wohnung haben sie nach ihrem Geschmack eingerichtet, beim Einzug waren weder Tapeten noch irgendein Fußbodenbelag vorhanden.

Der Garten wurde nach vielen Jahren wunderschön. Verschiedene Gartenhäuser und ein großes Carport wurden aufgestellt, der etwas hanglastige Rasen wurde begradigt, vor dem Hauseingang eine Terrasse mit Markise gestaltet und ein Teich wurde angelegt, der eine eigene Grundwasserpumpe bekam.

Vaddi hatte ja viel Witz und sagte immer,  Quellensteuer müsse er dafür nicht bezahlen.

Außerdem entstanden eine Terrasse und ein Grillplatz mit tollem Kamin am unteren Teil des Gartens.

Alle sind wir sehr gerne bei ihnen vorbeigekommen, in ihrem schönen Garten wurden wunderbare Feste gefeiert und man konnte sich herrlich erholen.

 

Außerdem unternahmen sie viele Reisen, vor allem sehr gerne mit ihrem VW Campingbus, meist in den hohen Norden,  aber es  ging auch auf „Verwandtschaftstour“ in den Süden von Deutschland.  Sie waren immer bester Laune.

Und Jeder, der nach Dänemark, Schweden oder Norwegen fuhr, kam für wenigstens eine Nacht bei ihnen vorbei.

 

 

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